Cash Cow

CASH COW 2009 Der Traum von herumfliegendem Geld, einem immerwährenden Strudel voller Gold, ewigem Reichtum und sprießender Lebensfreude ohne finanzielle oder materielle Sorgen, ist nicht nur Stoff zahlreicher filmischer, literarischer oder dramaturgischer Werke, sondern findet seine abgespeckte und realitätsnahe Version in den zeitgenössischen und tagesaktuellen Diskussionen um Finanzspritzen und Abwrackprämien wieder, die die Welt quasi pseudo-reproletarisieren und auf alte handwerkliche Art wieder zusammenzuschweißen suchen. Künstlerische Reaktionen auf diese Form des Konjunkturectasys und Wirtschaftsdopings sind neuerdings – und vielleicht schon seit jeher – allgegenwärtig, von den überdimensionalen Glanz- und Glitterobjekten eines Jeff Koons bis zur fake-nationalsozialistischen Schockperformance des Expat-Artisten Jonathan Meese in den Kreisen der Galerieschickeria in Weltmetropolen von London bis Shanghai. Die Idee, sich kreativ mit der eigenen (Nicht-) Armut zu befassen, ob in gedanklicher, monetärer oder materialistischer Art, ist ein alter Schuh, der dennoch im Rahmen von Finanzkrise und globaler Restrukturierungen neu besohlt und auffällig halbherzig poliert wieder die Parkette der internationalen Kunst- und V.I.P.-Szene bevölkert – denn auch heute gilt noch: wo der Schuh drückt, ist man nicht allein, ce n’est plus le fric, c’est le shock qui est chic! Text: Eva Schauerte

Cash Cow (2009)
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