Über den Künstler

Michal Schmidt    
Malerei, Zeichnung, Objekt, Installation

Kunst reagiert auf die Zeit und den Raum ihrer Entstehung und entwickelt sich nicht in einer hermetischen Blase. Heute mehr denn je. Dieser Tatbestand gepaart mit der Tatsache, dass Michal Schmidt nicht ausschließlich aus einem gelernten Handwerk, wie  Malerei oder Plastik, heraus agiert und dem Umstand , dass die Impulse, Kunst zu machen, in dieser Zeit des medialen Overflows mehr
als mannigfaltig sind, macht es unnötig,  sein Schaffen einem bestimmten System unterzuordnen. Ihm scheint es wichtig, Geschichten zu erzählen – mal persönlich, häufig skuril, oft politisch motiviert, aber selten aufklärerisch. Es geht ihm um das Erkennen und Entlarven menschlicher
Handlungsmuster- um Macht, Versuchung, Konsum,  Lust, Verlust,  aber auch Angst, der Möglichkeit zu scheitern, um individuelle Erkenntnisprozesse und sozialdynamische Energien. Die gestalterischen Mittel sind nicht auf ein Medium reduziert, sondern versuchen sich vielgestalt nach der Idee, der künstlerischen Intention zu richten. Seine zwei- und dreidimensionalen Werke sind  populärkulturelle, oft kulturgeschichtliche Zitate und Vermengungen  und schaffen so vielseitige
Versuchsanordnungen und Zeugnisse verschiedener Befindlichkeiten.
Sein Umgang mit Farben, mal spielerisch roh, mal gezielt berechnend, der genauso  exakt, wie oft  frei gespachtelte Auftrag, die Kombination einer der Natur angelehnten Farbpalette mit einer wiederkehrenden, pointierten, grell neonfarbenen, lässt  traumähnliche, fast psychedelisch 
anmutende, trotzdem meist  klassische Bildräume in den malerischen Arbeiten Michal Schmidts entstehen. Perspektivische Verschiebungen, fragmentarisches Auslassen oder Überhöhen einzelner
figürlicher Aspekte, das auf den ersten Blick willkürliche  Zusammenstellen verschiedener, konträrer Motive und rätselhafter Versatzstücke unterstützen dies. So verknüpfen sich narrative Momente in collagenhaften Neuanordnungen und fordern den Betrachter zu einer intensiven inhaltlichen, wie formalen Auseinandersetzung  auf.