Die Ohnmacht / The unconsciousness

Die Komplexität globaler Ereignisse als Anlaß für einen Einblick in Zusammenhänge

Beginn 15.11.2015 

Dauer 15.11. – 18.12.2015 

Beteiligte Künstler Yang Ming, Kathryn Gohmert,
Till Ansgar Baumhauer, David Ashley Kerr und Sandra Monterroso

Die undurchdringliche Komplexität aktueller globaler Ereignisse entzieht sich oft einer objektiven Beurteilung. Der Versuch eines rationalen, sachlichen Einblickes in die Zusammenhänge der Weltpolitik, läßt uns in einem Zustand der Zerschlagenheit zurück; konfrontiert uns bei näherer Betrachtung mit mehr und mehr Fragen und läßt uns in der Konsequenz den Überblick verlieren.

Globale Ereignisse und weltumspannende Konflikte werden lokal ausgetragen und haben darüber hinaus ihren Ursprung oft im Lokalen. Davon ausgehend wollen wir in einem ersten Schritt das Verständnis gegenüber globalen Zusammenhängen aus dem lokalen Blickwinkel erforschen. Dazu haben wir 5 politisch arbeitende Künstler aus verschiedenen Erdteilen eingeladen, um mit ihnen darüber in's Gespräch zu kommen. Diese Künstler haben in ihren Arbeiten einen lokalen, herkunftsbezogenen Fokus, aus dem heraus globale Zusammenhänge entwickelt und untersucht werden sollen. In 5 aufeinander folgenden, individuellen Präsentationen, nähern wir uns mit speziell zum Thema angefertigten Arbeiten und Auszügen aus den jeweiligen Werkkomplexen, den die jeweilige Kultur prägenden Hintergründe und aktuellen Konflikten an. In einem nächsten Schritt sollen im Gespräch mit dem Künstler die Ursprünge lokaler Konflikte in globale Zusammenhänge gebracht werden. 

Diese 5 Gespräche bilden den Kern der Ausstellungsserie DIE OHNMACHT und werden zum Teil öffentlich, zum Teil im kleinen Kreise zusammen mit dem Kurator Konstantin Bayer geführt. Eine Transkription von Ausschnitten der Gespräche bilden zudem den Hauptteil des nach der Ausstellung erscheinenden Kataloges. Dieses dabei entstehende Zeitdokument soll dem künstlerischen, politischen Denken nachspühren und zugleich einen ausschnitthaften Einblick in aktuelle lokale, wie globale Zusammenhänge geben. Selbstverständlich stehen diese künstlerischen Positionen stellvertretend, symbolisch für eine an der eigenen Kultur und weltweiten Politik interessierten Künstlerschaft, welche in dieser Ausstellung in den Fokus gerückt werden soll.  

Sich dieser Herangehensweise annehmend, untersucht Kathryn Gohmert (*1983 / Texas / USA) mit ihrer, für die Ausstellung entwickelten Arbeit  State[s] of Panic das Verständnis der amerikanischen Bevölkerung gegenüber Gewalt und Waffen, und die daraus resultierende Position der USA auf das Weltgeschehen. David Ashley Kerr (*1986 / Victoria / AUS) erkundet in seiner Arbeit für DIE OHNMACHT, umfassend und metaphorisch, die australische Landschaft und setzt deren Erscheinung in Bezug zu Konflikten und deren Repräsentanten. Yang Ming (*1962 / Fujian / CHN) gibt uns in einem Gespräch Einblick in die aktuelle Lage in China. Sandra Monterroso (*1974 / GTM) läßt uns an ihrer Recherche über die Einflüsse des Kolonialismus auf den fortschreitenden Niedergang indigener, südamerikanischer Kulturen teilhaben und Till Ansgar Baumhauer (*1972 / DE) erläutert in seiner Arbeit Kollateralschaden (30+) Auszüge der historischen Zusammenhänge des Konfliktes zwischen dem Westen und dem Nahen Osten. 

Programm
15.11. – 18.11. Yang Ming (*1962 / Fujian / CHN)
Der Künstler Yang Ming wird zwischen dem 15. und 18.11. zu Gast in Weimar sein und am 17.11. im Gespräch mit Konstantin Bayer einen Einblick in die aktuelle Lage in China geben.

21.11. – 26.11. Kathryn Gohmert (*1983 / Texas / USA)
Die Künstlerin Kathryn Gohmert wird neben ihrer Installation [United State(s) of Panic], welche am 21.11.2015 / 19 Uhr eröffnet wird, zu einem interaktiven Spiel (23.11.2015 ganztägig), sowie zu einem öffentlichen Gespräch (25.11.2015 / 19 Uhr) laden.

27.11. – 03.12. Till Ansgar Baumhauer (*1972 / DE)
Till Ansgar Baumhauer zeigt Video-, Raum- und Objektarbeiten, welche sich mit historischen, wie aktuellen Thematiken im Nahen Osten auseinander setzt. Über dies hinaus wird am 01.12. im Rahmen eines öffentlichenKünstlergespräches mehr über den Künstler zu erfahren sein.

04.12. – 11.12. David Ashley Kerr (*1986 / Victoria / AUS)
David Ashley Kerr beschäftigt sich in seiner Phd-Arbeit mit den kolonialen Einflüssen auf die australische Kultur und wird uns in einem öffentlichen Künstlergespräch (Termin wird noch bekannt gegeben) über die aktuelle Lage in Australien berichten.

12.12. – 18.12. Sandra Monterroso (*1974 / GTM)
Sandra Monterroso zeigt neben einer Soundarbeit, welche auch auf der diesjährigen Biennale in Venedig im Südamerikanischen Pavilion zu sehen ist, und eine vom Aussterben bedrohte indigene Sprache hörbar macht, auch eine Videoarbeit, welche diese inhaltlich greifbar macht. 


 

Mit Dank an die Staatskanzlei Thüringen und die Kulturstiftung des Freistaats Thüringen.