TEMPORAL MATTERS

Eröffnung 11.03.2016 um 19 Uhr

Dauer 11.03. – 10.04.2016 


Hiermit laden wir zur Ausstellung temporal matters mit Installationen, Objekten und Fotografien von Moritz Wehrmann, vom 11.03. bis zum 10.04. in der Galerie Eigenheim (Berlin) ein.

In die Galerie Eigenheim zieht die Zeitlichkeit ein: Moritz Wehrmann platziert, baut und zeigt eine Werkschau. Man tritt vor die Arbeiten oder gar in die Installationen hinein, erforscht und lauscht. Wer halluziniert hier wen? Wer triggert was? Kein Raum ohne eigene Zeit. Das gilt auch für die temporären im Einklang mit den Besuchern produzierten Zustände: Die Besonderheiten von Wehrmanns Arbeiten liegen vor allem an den temporalen Horizonten und einer ganz eigenwilligen Phänomenotechnik künstlerischer Produktion – Rhythmen, Intervalle, komplexe Schaltungen, gedehnte wie auch begrenzte Situationen machen eine Fülle von Zeitebenen auf, durch die man sein Werk erkunden kann. Widersprüchlich hört man in sich hinein oder schaut plötzlich ins eigene Gesicht des Anderen. Am Scharnier dieser erfahrbaren Konstellationen arbeitet für Wehrmann der reiche Werkzeugkasten ausgetüftelter mimetischer Verfahren der Vervielfältigung. Es ist ebenso ihre prekäre Geschichte an der Schwelle von Kunst und Wissenschaft, die er hier und jetzt mit neuen Mitteln zeigt und erzählt.

Wehrmanns Ansatz scheint auf den ersten Blick ganz simpel: Er probiert durchdacht herum. Sogleich macht er aber die stillen Beobachter zu lauten Probanden ihrer selbst. Es stellt sich nicht so sehr die Frage der Interpretation, denn er stellt die Wahrnehmung schon in den Fundamenten auf die Probe. Sicher ist nur, dass etwas passiert und an einem arbeitet. Vergangen ist, was eben da war und anders zurückkommt. Es wird, vergeht und übrig bleibt schließlich, was man daraus macht und mitnimmt.

Die Instrumente und Sehapparaturen fordern auf, die Perspektive zu wechseln, hinterfragen die sensorischen, oft aber auch die sozialen Bilder eingeübter und tradierter Zusammenhänge. Vermeintliche Wahrheiten geraten elektronisch, photographisch und audiovisuell immer wieder in den Zwischenbereich des Denkens, der den Blick weitet und erlaubt, ganz anders auf all diese Dinge und ihre materiellen und zeitlichen Verhältnisse zu sehen. Zwischen Objekt/Subjekt, Bild/Abbild, Innen/Außen und Vergangenheit/Zukunft erstrecken sich in den experimentellen Anordnungen Wehrmanns über kurz oder lang eindrückliche Episoden von Zweifeln, die sich jedes mal erweitern, wenn man sich dem Kunstwerk stellt. Was sieht man, was glaubt man, was wird von Subjekt und Welt noch stehen bleiben?