MEDIALE TENDENZEN UND DIE MALEREI

ERÖFFNUNG: 16.02.2014 / DAUER: 17.02. bis 20.03.2014 / KÜNSTLER Moritz Wehrmann, Robert Genschorek, Marek Eibert, Susann Maria Hempel, Anthony Antonellis, Stefanie Brendel, Die Bauhausmaschine (Stefan Kraus & Marc Sauter) / AKTION 20.03. um 22 Uhr die Bauhausmaschine live in der Galerie Eigenheim //
In welcher Weise beeinflussen sich digitale Medien und traditionelle Kunstrichtungen, wie die Malerei, gegenseitig? Finden sich in Photographie, Film oder Internetkunst Bezüge zur Malerei? Inwieweit wird die Malerei durch neue Medien aufgebrochen und verändert? 
Grundsätzlich ausschlaggebend für die Auseinandersetzung mit dem Thema Malerei und Medien ist das Gerücht, dass der Studiengang Freie Kunst der Bauhaus-Universität von der Fakultät Gestaltung an den Studiengang Medienkunst der Fakultät Medien angebunden werden soll. Soweit so gut. Zwar regt sich Widerstand, doch müssen wir wohl eingestehen, dass dieses Vorhaben durchaus einem Trend unterliegt. Das tradierte Medium Malerei, hier als Sinnbild für die Lehrbereiche der Freien Kunst herangezogen, wird zum einen bewahrt und zum anderen mehr und mehr durch mediale Einflüsse aufgebrochen. Klar, ein alter Hut und seit Marcel Duchamp, Lucio Fontana, Andy Warhol und co. eigentlich nicht mehr der Rede wert, geschweige denn überhaupt zu hinterfragen. Kommen wir aber von der großen Kunst wieder auf das kleine Weimar zurück, dann ist es doch eben die Freie Kunst in der die klassischen Begriffe der Kunst betrachtet und aufgebrochen werden. Ein Verständnisgemenge zwischen traditioneller Malerei und Skulptur stößt auf einen gesamtgesellschaftlich medialen Kontext. Gerade diese Reibung ist wichtig, um verschiedene künstlerische Strategien zu entwickeln, um fern von Gedanken an Massenmedien eine Atmosphäre zu entwickeln, welche sich mit den Grundfragen der Kunst auseinandersetzt. Ob dies in einem Medienkontext einbindbar ist, bleibt zu hoffen und vielleicht ist dieser Schritt doch auch einer, der in beiden Bereichen zeitgemäße und interessante Synergien entwickelt.

Doch Behutsamkeit ist angesagt. Begriffe, wie der Verlust von Mythos und Identität stehen im Raum. Waren es doch gerade die Künstler, die Weimar und die Bauhaus-Universität zu dem gemacht haben, auf dem wir heute aufbauen. Als Freunde von Erneuerung und Umwandlung sind wir gespannt auf langfristige Konzepte und kurzfristige Utopien, welchen diese Überlegungen zu Grunde liegen. Gezeigt werden Arbeiten von Absolventen und Studenten beider Fachbereiche. Natürlich ist die räumliche Beschaffenheit der Galerie Eigenheim zu begrenzt, als dass man von einem ansatzweise umfangreichen Einblick in die Geschicke, oder von einer umfangreichen Abbildung der Überlagerungen beider Bereiche sprechen könnte. Aber wir nehmen uns einiger Positionen aus Video, Photographie, Collage, oder eben auch der Malerei an, und verhelfen so dem Thema zumindest zu einem öffentlichen Diskurs.

 

Beteiligte Künstler:

MORITZ WEHRMANN
Les fleurs du mal / digital C-Prints / 90x60 cm / 2012
* 1980 / Weimar und Paris / 2012 Medienkunst (MFA) Bauhaus-Universität Weimar, Abschluss
mit Auszeichnung / 2009 Medienkunst (BFA) Bauhaus-Universität Weimar, Abschluss mit
Auszeichnung / 2008 Auslandsemester am Media-Art/Design College of Fine Arts, Sydney
/ 2005 – 2006 Medienkultur (BFA) Bauhaus-Universität Weimar / 2002 – 2005 Ausbildung als
IT-Systemelektroniker

ANTHONY ANTONELLIS
1 / Emily‘s Best Video / net art forgery / 2 min 27 / 2013
2 / Gradient Core / Video / 2 min 24 / 2012
* 1981 / lives and works on the internet / 2011 MFA Public Art and New Artistic Strategies,
Bauhaus-Universität Weimar, Germany / 2003 BFA Painting, Savannah College of Art and Design,
Savannah, Georgia, United States / 2002 Lacoste School of the Arts; Lacoste, Provence, France


ROBERT GESCHOREK
1 / Polytemp Express (Andachtsschreine) / 2012
2 / TraKi / Öl auf Leinwand / 2013
3 / echter Baum im falchen Tal / 2012
* 1987 Chemnitz / 2013 Diplom Freie Kunst - Bauhaus-Universität Weimar / Stipendiat der Jung-Stiftung in Weimar / Stipendiat der Akademie Traunkirchen, bei Xenia Hausner

SUSANN MARIA HEMPEL
1 / Der grosse Gammel / Video / 8 min 32
2 / Wie ist die Welt so stille / Video / 5 min
* 1983 in Greiz / lebt und arbeitet in Greiz / 2009 Abschluss Studium der Mediengestaltung
Bauhaus-Universität Weimar / 2013 Bremer Videokunst Förderpreis für Der grosse Gammel /
2014 Preis der deutschen Filmkritik für Wie ist die Welt so stille

MAREK EIBERT
Mühsam ist die Zukunft
* 1984 in Rodewisch / lebt und arbeitet in Weimar / seit 2010 Studium der Freien Kunst an der
Bauhaus-Universität Weimar / 2001 - 2003 Ausbildung zum Gestaltungstechnischen Assisten

STEFANIE BRENDEL
Gamme Plastin / Büttenpapier / 2013
* 1988 Erfurt / 2014 Diplom Freie Kunst - Bauhaus-Universität Weimar / 2007 - 2008 Studium
Altertumswissenschaften an der Martin Luther Universität Halle

DIE BAUHAUSMASCHINE (STEFAN KRAUS & MARC SAUTER)
live am 20.03. um 22 Uhr
The work of MXAV is concentrated on the creation of immersive audiovisual, spacial experiences
for unique locations, stages and purposes. The combination of art and technology creates
intense and individual experiences for audiences around the world.
The live video performance MXZEHN and the audiovisual remix exhibition BAUHAUSMASCHINE
are ongoing projects of research and exploration in multidimensional media.