BERLIN: Flügel haben kurze Beine

Frederik Foert und Benedikt Braun im Dialog Eröffnung am 17.03.2017 um 19 Uhr // Dauer 17.03. – 22.04.2017

WEIMAR: David Ashley Kerr – Künstler in Residenz 2017

Beginn 01.Februar 2017 / Dauer 01.Februar bis 01.April 2017 Besucherzeit jeden Samstag 14 bis 19 Uhr und immer nach Vereinbarung

WEIMAR – Die Galerie Eigenheim ist in neue Räume gezogen

Seit Juni 2016 befindet sich die Galerie Eigenheim im Gärtnerhaus des Weimarhallenparks Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Weimar

ÖFFNUNGSZEITEN

WEIMAR (Gärtnerhaus des Weimarhallenparks) Do. bis Sa. 16 – 19 Uhr und immer nach Vereinbarung BERLIN (Linienstrasse 130) Dienstag - Samstag 12 bis 19 Uhr / Sonntag 14 bis 19 Uhr

Galerie Eigenheim Weimar


01.02.2017 – 01.04.2017
DAVID ASHLEY KERR – Künstler in Residenz –

14.04.2017 – 27.05.2017
CLAUS BACH – Presents for Buchenwald –

 

David Ashley Kerr - Künstler in Residenz 2017


Beginn
01.02.2017

Dauer 01.02. – 01.04.2017
Vernissage 25.03.2017 um 19 Uhr mit The plastic Jazz orchestra (live)
wöchentliche Sprechstunde
 Samstag 14 bis 19 Uhr und immer nach Vereinbarung

Schon 2009 hatte David Ashley Kerr eine erste Ausstellung in den Räumen der Galerie Eigenheim Weimar und schon damals war sein Werk vielseitig in der Form und homogen im Inhalt.

Vögel flogen durch die Galerie, großformatige Fotografien prägten die 2 dimensionalen Arbeiten, er selber war, geprägt durch seine Herkunft Australien, ein Exot. Seitdem haben wir uns gegenseitig nicht aus den Augen verloren. Viele Parallelen entwickelten eine gegenseitige Dynamik und Tiefe. So gründete David Ashley Kerr unabhängige Galerien, wie 2010 die nicht kommerzielle Künstlerinitiative Dear Patti Smith oder 2013 die durch Kuratoren geleitete Strange Neighbour Galerie in Melbourne, Victoria, Australien mit ähnlich offenem Charakter und kommunikativen Anspruch wie es der Arbeit der Galerie Eigenheim entspricht.

In der Zwischenzeit ist viel geschehen. David Ashley Kerr absolvierte einen Phd an der Monash University, hat verschiedene internationale Ausstellungen und Messen künstlerisch wie kuratorisch begleitet, andere Residenzprogramme, wie dem LIA in der Spinnerei Leipzig, dem Ladamoen Kunstnerverksteder in Trondheim, Norwegen durchlaufen und nun in Weimar seinen aktuellen Wirkungs- und Wohnort gefunden.

Während seines Aufenthalt in der Galerie Eigenheim wird David Ashley Kerr seine Arbeit  LUX vertiefen und einige Auszüge der Arbeit präsentieren. Lux greift auf die Aufrichtigkeit der Romantik als Ausdrucksform zurück, um sich so den emotionalen Wirkungen unserer Zeit anzunähern. Von besonderer Bedeutung ist hier die neue Rolle der Technologie bei der Formung emotionaler Bindungen. Die hier gezeigten Portraits tragen einen ihnen inhärenten, doppelten Voyeurismus in sich - einerseits das elektronische Gerät, welches den Blick des Subjekts einfängt und festhält, andererseits der Blick des Fotografen bzw. Betrachters. Auch gespannt können wir über seine Neuentwicklungen im Bereich des Videos sein.
David Ashley Kerr wird im ersten Teil seines Aufenthaltes in der Galerie jeden Samstag zwischen 14 und 19 Uhr sowie jederzeit nach Vereinbarung für Gespräche bereit stehen.

Es liegt uns sehr daran diese Biografie weiter zu begleiten und wir freuen uns Ihnen, David Ashley Kerr, als neuen Artist in Residence, im Gärtnerhaus des Weimarhallenparks, vorzustellen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch in der Galerie oder auf der Webseite des Künstlers:

weiterlesen...
 

weitere Ausstellungen unserer Hauskünstler


Adam Noack

09.03.2017 um 16 Uhr
Vergabe Stipendium 2017 / Thüringer Staatskanzlei / Vertretung des Freistaats Thüringen beim Bund / Mohrenstraße 64 / 10117 Berlin (nur mit Einladung)

Michal Schmidt
Eröffnung: 18.03.2017 um 19 Uhr / Dauer:  18.03.2017 bis 07.05.2017
Michal Schmidt & Martin Fink – malfunction / Stipendiaten des Landes Thüringen 2016 / Galerie Waidspeicher, Michaelisstraße 10, 99084 Erfurt
in Kooperation mit der Kunsthalle Erfurt / Öffnungszeiten; Di–So 11–18 Uhr / Künstlergespräch am 7.Mai 2017, 11 Uhr / Katalogpublikation ab 13.April 2017 / Führungen jeden Di. um 12 Uhr / www.galerie-waidspeicher.de
 
Enrico Freitag
27.05. bis 24.06.2017 – Soloausstellung von Enrico Freitag in der Galerie Rutger Brandt, Amsterdam (NL) / Rutger Brandt Gallery, Bethaniënstraat 39, 1012 BZ Amsterdam



Moritz Wehrmann
09.06.2017 Ausstellungsprojekt zu Julius Meier-Graefe, in Kooperation mit dem Literaturhaus Berlin, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin

Moritz Wehrmann

19. August 2017 bis 25. Februar 2018
DAS GESICHT. EINE SPURENSUCHE / Deutsches Hygiene-Museum, Lingnerplatz 1, 01069 Dresden / Öffnungszeiten Di.- So. sowie an Feiertagen 10 bis 18 Uhr
 / http://www.dhmd.de/index.php?id=272



Moritz Wehrmann
23.09. bis 25.10.2017 CONTEMPORARY ART IN THE TRADITIONAL MUSEUM St. Petersburg, 5 prospect Bakunina, St Petersburg, 191014 / 
http://proartefestival.ru/en/


 

Galerie Eigenheim Berlin


17.03.2017 – 22.04.2017
FLÜGEL HABEN KURZE BEINE – Benedikt Braun und Frederik Foert im Dialog –

27.04.2017 – 10.06.2017
HANDLUNGSANWEISUNGEN IN DER KUNST – Gruppenausstellung –

 

Flügel haben kurze Beine - Benedikt Braun und Frederik Foert im Dialog


Eröffnung 17.03.2019 um 19 Uhr

Dauer 17.03. – 22.04.2017 


Hiermit laden wir herzlich zur Eröffnung der Dialogausstellung von Benedikt Braun und Frederik Foert, am 17.03.2017 um 19 Uhr in die Galerie Eigenheim Berlin ein. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Was haben ein Scheibenwischermotor, ein Regalbrett, eine Schnur und Bierdosen (Frederik Foert, Ruinenbaumeister, 2010) gemeinsam mit einem Sonnenschirmständer, einem Schokoschaumkuss und einer Zigarette (Benedikt Braun, Schirmherr, 2015). Natürlich im ersten Moment rein gar nichts! und Doch! Wir finden uns wieder in der Welt zweier Künstler, welche es lieben Assoziationsketten zu bilden und den Betrachter damit in einem Assoziationsraum zu entführen in welchem die Welt als Ganzes in Betracht gezogen werden muss. Nennen wir es einen Freiraum, den diese Künstler nicht nur sich eingestehen, sondern auch den Besuchern abverlangen. Denken wir doch in Mustern, welche sich in ihrer Form unseren alltäglichen Denkweisen und Ritualen angleichen. Diese werden hier aktiv aufgebrochen!

Gerade deswegen liegt es nahe das man im ersten Augenblick vor einer dieser beiden genannten Arbeiten steht und sich der Frage gegenüber gestellt sieht: Was wollte uns der Künstler damit sagen? Ein letztendlich guter Ansatz, den es zu erforschen gilt – und da sich Kunst nicht unbedingt so leicht lesen lässt wie ein Komikheft braucht man hier und da, einem Krimi ähnlich, ein wenig Geduld und eine Ansammlung von Hintergrundinformationen bis eine Wahrheit ans Licht kommt. Schauen wir also hier und da ein wenig genauer hin: Liest man das Interview zu Brauns letzter Ausstellung in der Galerie Eigenheim, so finden wir zu der Arbeit Schirmherr einen historischen Bezug: Machtpositionen hinterfragend erwähnt Braun Kongo Müller, einen fanatischen Ex-Nationalsozialisten, welcher sich nach dem Sturz des 3.Reichs in den 1960er Jahren als Söldner an der brutalen Niederschlagung der Simba-Rebellion im Kongo beteiligt war. Dieses Phänomen der Machtausübung und Unterdrückung bezieht Braun nun auf die Jetztzeit und gibt uns über folgende Hashtags einen Einblick in seine Assoziationskette: Schirmherr #Bereicherung an Flüchtlingen #Schlepperbande # Sonnenschirm #Haut-Bräunung #Rassismus #Krisengewinner #keine nassen Füße #erhöht #Sockel #Macht #Strand #Pool #Entspannung #Urlaub.

Stellen wir dem Gegenüber nun die kinetische Installation Ruinenbaumeister von Frederik Foert. Auf einem Regal steht ein Turm aus fünf aufeinander gestapelten Bierdosen, welcher durch einen ausgeklügelten Mechanismus zum Einsturz gebracht wird und wie durch Zauberhand wieder aufersteht. Allein die Wahl des Titels lässt uns möglicherweise einen kritisch lesbaren historischen Bezug aufbauen.

Ruinen sind gemeinhin ein nichtmehr funktionales architektonisches Relikt einer vergangenen Kultur. Zwei Fotografien neben der Installation verraten uns vielleicht mehr. Wir sehen zum einen eine wohl griechisch antike Ruine bestehend aus drei Säulen und einem fragmentalen Gebälk und zum anderen einen auf einem Stuhl schlafenden Menschen auf dessen Beinen und Kopf drei säulenähnliche Stapellungen von Bierdosen stehen. Auf Nachfrage erfahren wir vom Künstler, dass es sich um die Überreste eines Athena Heiligtums in der Tempelanlage von Delphi handelt, das er sich so auf das dortige antike Orakel bezieht und zum anderen griechische Säulen, wenn nicht monolithisch, eben aus einzelnen Trommeln aufgebaut sind, wie auch das Bild mit den Bierdosensäulen! Eine Assoziationskette unglaublichen Ausmaßes macht sich auf. Ruinenbaumeister #der Mittelpunkt der Welt, #das Ende des Goldenen Zeitalters, #Weissagungen in Trancezuständen ... Versuchen wir, aufgrund dem sich erschließenden inhaltlichen Umfang dieser Arbeit, auf kurzem Wege eine Erklärung: Ein fragiler Zustand hier wie dort, welcher das zyklische Auf und Ab einer Kultur nach zu stellen und zugleich unsere Genussgesellschaft zu hinterfragen vermag. In diesen beiden Arbeiten finden wir exemplarisch inhaltlich wie formal parallelen in den Denkweisen beider Künstler die es in der Dialogausstellung Flügel haben kurze Beine zu vertiefen gilt.

Wir können also gespannt sein und freuen uns auf Ihren Besuch.