A SORT OF SOUND - Klang in der Bildenden Kunst


Eröffnung 20.10.2017 um 19 Uhr

Dauer 21.10. – 02.12.2017 

beteiligte Künstler
Erwin Stache, Werner Schubert Deister, Anna Schimkat, Tim Helbig, Michael Barthel, Michael v. Hintzenstern, Moritz Wehrmann, Gabriele Stötzer, Adam Noack, Gokcen Dilek Acay

A Sort of Sound, von Konstantin Bayer und Michael von Hintzenstern kuratiert, setzt sich mit dem Wechselspiel zwischen Bildender Kunst und Klang auseinander. Die interdisziplinäre Ausstellung umfasst Installationen und Objekte, Malerei, Zeichnung und Arbeiten aus dem Bereich neuer Medien. In Auszügen seinen folgende Arbeiten als Teil der Ausstellung genannt: Einen wichtigen Akzent setzen noch nicht öffentlich gezeigte Zeichnungen und Druckgrafiken von Werner Schubert-Deister (1921–1991), der in Friedrichroda lebte und Repressalien des DDR-Staates ausgesetzt war, bevor er 1986 in die BRD übersiedelte. Nach einem Musikstudium (Klavier/Kontrabaß) in Bad Frankenhausen und Sondershausen besuchte er die Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Seit 1952 wirkte er als freischaffender Maler und Bildhauer in Friedrichroda. In seinen Werken übertrug er musikalische Strukturen in grafische Formen. Davon inspiriert spielte das Ensemble für Intuitive Musik Weimar (EFIM) am 13. Februar 1981 in der Erfurter Galerie im Flur sein erstes Stockhausen-Konzert.

Zwei Hand-Droschken des Komponisten, Klangkünstlers und Objektebauers Erwin Stache laden zu Rundfahrten im Weimarhallenpark ein. Bewegt man sie vor- oder rückwärts, ertönt Musik. Ein großer Tacho auf dem Gefährt zeigt an, wie „schnell“ man fährt, in welchem Tempo die Musik erklingt. An den Wegen stehen Verkehrsschilder, die das Tempo vorgeben: 109 = Maestoso, 50 = Largo, 132 = Allegro. Adam Noack stellt eine Rhythmus und Farbklang erforschende großformatige abstrakte Malerei aus und Tim Helbig zeigt Auszüge aus der feingliedrigen und technisch aufwendigen
Arbeit Quintessentials, welche der Erforschung der Theorien des kanadischen Komponisten und Klangkünstlers R. Murray Schafer unterliegt.

Ergänzt wird dies durch zwei Galeriekonzerte. So werden neben den Weimarer Klangkünstlern Irk Yste und THE! auch Anna Schimkat und Michael Barthel gastieren. Die beiden aus Leipzig stammenden Akteure führen ihre Klangperformance / Installation a vochel wo red auf, die sich mit der Tradition der Tierstimmenimitation beschäftigt. Durch den Einsatz einer Texterkennungssoftware, die Klang in Schriftsprache übersetzt, wurden dafür im Vorfeld Aufnahmen von Truthähnen, Hühnern und Möwen in Lautgedichte verwandelt. Tim Helbig und das Duo Klang-Zeichen (Daniel Hoffmann, Trompete / Flügelhorn; Michael von Hintzenstern, Harmonium) gestalten ein interaktives Programm unter Einbeziehung der Ausstellungsobjekte.
Die Ausstellungseröffnung findet im Rahmen der 30. Tage Neuer Musik Weimar statt. Gefördert wurde die Ausstellung von der Thüringer Staatskanzlei.